Ледяев / Степанов
12 weglichkeit der Licht- und Luftatmosphäre stufen die Bilder von Ledjaew als hochwertige Kunstwer- ke ein. Die Unmittelbarkeit, das Schlichte, sogar die gewisse Naivität besitzen eine enorme Anzie- hungskraft, denn es gibt die Werte, die nie mit der Zeit an ihrer Kostbarkeit einbüßen. Diese Werte bestimmen letztendlich das lange Leben der waren Kunst. Dies verbindet solche unterschiedliche, was ihre Maltechnik betrifft, Künstler wie N. Ledjaew und A. Stepanow. A. Stepanow ist ein begabter eigenartiger Ma- ler mit dem besonderen Farbenblick. Er entfaltete sich als Maler im Stillleben – in einer Gattung, die weit fern von allen politischen Einflüssen stand und darum kaum gebilligt wurde. Immer wieder empfiehl man ihm sich den thematischen Motiven zuzuwen- den – er machte eine Skizze, sehr schön in der Far- be, dann aber legte die Arbeit auf die Seite, mußte sich aber wieder um die Ernährung für die Familie kümmern. Er scheute keine Arbeit – als Dekora- teur, als Zeichenlehrer im Zeichenstudio, aber das war kein richtiger Erwerb, die Not stand vor der Tür. Er mußte den Ofen heizen, Brennholz kaufen, der ganze Haushalt war ihm überlassen, weil die Frau krank war, drum war es der höchste Gluck- saugenblick, wo er zur Staffelei und zur Pinsel griff. Darum sind seine Stillleben so hell und lebendig. Aber auch mit diesen Arbeiten ging es nicht leicht. Er arbeitete mit der breiten Pinsel, mit dem Palet- tenmesser, mochte breite Striche, Impasto-Malerei. In der Provinz gab es dafür keine Kenner. Die An- erkennung kam erst in den 60er, insbesondere nach seiner Einzelausstellung und der Begeisterung der australischen Schriftstellerin E.D. Cusak, die bei der Eröffnung zugegen war. Zum Glück hat das Muse- um schon früher die Bilder von Stepanow für seine Sammlung erworben. Unter den schlechtesten Bedingungen (ein der besten Stillleben von Stepanow wurde auf dem Stück Sperrholz mit dem abgebrochenen Rand ge- malt) hat er die reale Welt aufgefordert – mit seiner eigenen feierlichen Welt, die bunt und lebendig war – mit den üppigen Blumensträußen, Äpfeln, Ge- müse. Die Schönheit der Welt ist für Stepanow in der Fülle der Farbe, in der Ausdruckskraft des Vo- lumens. Er strebte nach der Handgreiflichkeit der Gegenstände, verfiel aber nie dem puren Natura- lismus. Der Nachlass von Ledjaew und Stepanow beschert uns heute mit der strahlenden Freude der Kommunikation mit der Umwelt, mit dem Optimis- mus und mit der seelischen Kraft der Gestalte. Lidija Medwedewa , Kunsthistorikerin, Stellvertretende Museumsleiterin
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